Aktuelle Information zur Gesundheitspolitik

Neue Honorarabrechnung im kassenärztlichen Bereich.

 

Liebe Patientinnen und Patienten, sehr geehrte Damen und Herren,

der Gesetzgeber hat mit Beginn des Jahres 2009 eine neue Honorarabrechnung im kassenärztlichen Bereich etabliert. Es gibt seitdem keine Honorarpunkte mehr wie bisher, sondern eine Euro-Gebührenordnung, die nun endlich für die lange erhoffte Klarheit bei bisher von Quartal zu Quartal wechselnden Verhältnissen sorgt. Im Gegensatz zu allen öffentlich gemachten Behauptungen der Politik, die niedergelassenen Ärzte erhielten ab dem 1.1.2009 eine 10%-ige Honorarerhöhung, wird das Honorar, das uns von unserer kassenärztlichen Vereinigung für Ihre Grundversorgung zur Verfügung gestellt wird, nicht nur nicht angehoben, sondern in Folge von Umverteilungen in der Regel sogar deutlich abgesenkt.

Hintergrund für diese Misere ist die Einführung von Regelleistungsvolumina (RLV), eine unverständliche Vereinheitlichung aller Praxen jeder Fachgruppe, ohne auf Spezialisierungen und Leistungsfähigkeit Rücksicht zu nehmen. Auch sollte bundesweit jeder Arzt für seine Leistung das gleiche Geld erhalten, was durch diese Regelung jedoch unterbrochen wird. So erhalten die Ärzte in Bayern weiterhin deutlich mehr Geld, als Ihre Kollegen in Westfalen-Lippe.

Die Krankenkassen stellen über die Kassenärztliche Vereinigungen ein Pauschalhonorar für die Versorgung eines ganzen Quartals pro Patient zur Verfügung, egal welche Leistungen erbracht werden, egal ob der Patient 1x oder 20x seinen Arzt aufsuchen muss.

Hier einige Beispiele für verschiedene Fachgruppen in Westfalen-Lippe (Pauschalbetrag jew. für 1 ganzes Quartal, exemplarisch II. Quartal 2010):

Hausärzte: 32,43 Euro
Kinderärzte: 29,34 Euro
Augenärzte: 21,06 Euro
Chirurgen: 26,58 Euro
Frauenärzte: 15,37 Euro
Hautärzte: 18,30 Euro
HNO-Ärzte: 27,10 Euro
Nervenärzte: 39,91 Euro
Orthopäden: 31,57 Euro
Urologen: 27,82 Euro
Internisten: 33,70 Euro
Onkologen: 53,35 Euro

Diese Preise wechseln von Quartal zu Quartal, auch abhängig davon, was 1 Jahr zuvor zur Verfügung stand bzw. abgerechnet wurde (die Beträge schwanken zwischen ca. 23 Euro und ca. 29 Euro).

Wir HNO-Ärzte bekämen für eine Komplettuntersuchung von Ohren, Nase, Rachen, Hals und Kehlkopf zwar theoretisch 27,83 Euro, werden aber wegen des vereinbarten RLV im oben angenommen Quartal auf den Standardsatz von 27,10 Euro gekürzt. Jeder weitere Besuch im selben Quartal wird dann nicht mehr zusätzlich bezahlt. Ein zusätzlicher Hörtest, der im Leistungskatalog mit 14,53 Euro ausgewiesen ist, oder andere Untersuchungen, muss damit von uns kostenlos durchgeführt werden. (Der Fairness halber sei angemerkt: theoretisch nicht "verbrauchte" Beträge können mit Überschreitungen bei anderen Patienten verrechnet werden)

Wie Sie erkennen, ist dieser Honoraranspruch in der Regel bereits mit der ersten Vorstellung beim Arzt erfüllt oder sogar übererfüllt. Weitere Behandlungen werden nur noch abgestaffelt vom verbliebenen Restgeld, mit nicht mehr kalkulierbar wenigen Cent bezahlt (in der Regel werden nur zwischen 8-10% gezahlt) . Extra vergütet werden bei HNO-Fachärzten nur noch bestimmte Operationen, für einzelne, wenige Leistungen (z.B. Röntgen, Schnarchdiagnostik) gibt es sogenannte "qualifikationsgebundene Zusatzbudgets" von wenigen Cent als Aufschlag auf das RLV.

Damit wird unser Bemühen, Sie umfassend und vollständig, soweit nötig auch mehrfach, zu behandeln, unterlaufen. Wir können mit diesem Betrag, wie sicher unschwer für jedermann nachvollziehbar ist, unsere Personal- , Technik- und Investitionskosten wohl kaum decken, geschweige denn in Zukunftstechnologie für Diagnostik und Therapie Ihrer Erkrankungen investieren.

Die Politik betreibt damit eine systematische Zerstörung mit gezielter Wettbewerbsbenachteiligung der Praxen niedergelassener Ärzte, um diese durch eine von Gesundheitskonzernen oder anonyme Versorgungszentren betriebene ambulante Versorgung zu ersetzen. So erhalten Krankenhäuser im Gegensatz zu niedergelassenen Arztpraxen staatliche Unterstützungsgelder für ihre Infrastruktur.
 
Wir bitten Sie daher um Ihr Verständnis, wenn wir nicht mehr in dem gewohnten Umfang wie bisher eine kontinuierliche Versorgung anbieten können und Wartezeiten für weniger dringliche ärztliche Leistungen entstehen.

Bei Rückfragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wenn Sie Ihr Votum bei den kommenden Bundestagswahlen auch von gesundheitspolitischen Aspekten abhängig machen wollen, sprechen Sie uns bitte an.

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Dr. Reuter ist Mitglied im:

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